Digital first, Bedenken second“, plakatierte die FDP selbstbewusst zur Bundestagswahl auf Deutschlands Straßen. Doch so manche Unternehmen und Politiker hoffen wohl eher, dass alle so weiterarbeiten wie bisher und der ausgerufene Megatrend möglichst bald wieder vorüberzieht.

Viele Unternehmen meinen auch, aus dem Strauß der Komponenten einzelne Highlights rausgreifen zu können – ohne den notwendigen Kulturwandel einleiten zu müssen.

Digitalisierung hat aber nur dann Erfolg im Unternehmen, wenn sie ganzheitlich und nachhaltig umgesetzt wird. Denn heute und in Zukunft wird es darum gehen, Ideen, Informationen, neues Wissen in marktfähige Lösungen umzusetzen. Doch aufgepasst: Wer auf teuer setzt, wenn gerade billig gefragt ist, wird auf seiner Ware sitzen bleiben. Was ist also zu tun? Man muss „das Ohr am Kunden“ haben und beobachten, ob das Neue nur ein Strohfeuer ist oder doch eine ernstzunehmende Entwicklung.

Hierfür sind gerade in Unternehmen drei Kompetenzen von zentraler Bedeutung:

Vernetzen

Eine nach innen und außen gerichtete Vernetzung bewirkt einen schnelleren Zugang zu Informationen und ist eine Antenne für Veränderungen. Dabei sind folgende Erfolgsfaktoren von zentraler Bedeutung: Innovationen aus dem Netzwerk heraus erkennen, Wissen für alle zugänglich machen, Partnerschaften eingehen, Kundennähe und schnelle Entscheidungsfindung leben. Änderungen in der Umwelt werden schneller erkannt und es kann darauf reagiert werden. Es ist ein Gestalten der Zukunft auf Augenhöhe mit einer weltweiten Vernetzung.

Relevanz bewerten

Mitarbeiter können nur dann Relevanz bewerten, wenn sie die Werte des Unternehmens verstehen und leben. Hierfür müssen die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen bzw. eine offene Unternehmenskultur angestrebt werden. Denn nur so sind die Mitarbeiter in der Lage, Verantwortung zu übernehmen, sich nach innen und außen zu vernetzen, eigene Ideen einzubringen und wichtige Projekte abteilungsübergreifend zu lösen.

Entscheiden

Häufig werden immer noch Jahrespläne oder auch langfristige Entscheidungen bzw. Prognosen erstellt und abgearbeitet – aber vieles lässt sich nicht mehr so weit vorausplanen. Wenn eine Unternehmensleitung immer noch darauf besteht, langfristig zu planen, wird das Unternehmen über kurz oder lang merken, dass es dem dynamischen Umfeld hinterherhinkt.

Gerade in diesen Tagen kann man beobachten, dass immer wieder eine Führungsriege an ihren Stühlen klebt, den Status Quo erhalten will – obwohl die nächste Generation durchaus mit allen Mitteln versucht zu zeigen, dass es sich lohnt, sich den Veränderungen zu stellen bzw. mutig in die Zukunft zu gehen.

Mein Fazit: Weltmeisteroffensive starten

Es reicht nicht aus, sich für das Thema „Digitalisierung“ Experten zu suchen und sich aus den Vorschlägen die Rosinen raus zu picken.

Wenn Unternehmen die digitale Transformation erfolgreich umsetzen wollen, um weiterhin am Markt zu bestehen, sollten sich auf Schnelligkeit, die Dynamik, die Vernetzung, „try and error“, neue Geschäftsideen einlassen und dafür die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen bzw. eine offene Unternehmenskultur anstreben. Denn nur so sind die Mitarbeiter in der Lage Verantwortung zu übernehmen, sich nach innen und außen zu vernetzen und eigene Ideen einzubringen. Dazu gehört auch, die Selbstorganisation der Mitarbeiter zu fördern, damit das Wissen geteilt wird, Hierarchien- und Abteilungsgrenzen zu hinterfragen, Hierarchien abzubauen und Partner ins Boot zu holen. Die Mitarbeiter verfügen meist über die gewünschte Kundennähe und können so geeignete Lösungsvorschläge entwickeln oder auf Umwelteinflüsse bzw. politische Veränderungen schnell reagieren.


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