Mobilität und Flexibilität sind allgemeine Wünsche, die uns unseren Alltag erleichtern sollen. Wir möchten gerne schnell, bequem bzw. günstig von A nach B gelangen und dabei flexibel unterschiedliche Mobilitätsdienste in Anspruch nehmen.

Doch was ist eigentlich Mobilität? Wikipedia gibt im Eintrag einen wichtigen Hinweis: „Zur Mobilität gehören die Möglichkeit und die Bereitschaft zur Bewegung“. Aha: Mobilität beginnt also im Kopf eines jeden Einzelnen. Verkehr, so Wikipedia, sei dann die „realisierte Mobilität“. Und je nachdem wie gut der organisiert ist, empfinden wir dann manchmal den Verkehr auch als heftigen Preis für unseren erhöhten Bewegungsdrang. Denn mit steigendem Wohlstand nimmt der Individualverkehr zu, wie inzwischen zahlreiche Studien belegen. Der Konsument wählt eben für seine Fortbewegung die bequemste und beste Verbindung – egal mit welchem Fortbewegungsmittel. Es geht ihm um Verfügbarkeit, Zugang, Sicherheit, transparente Abrechnung, Komfort und auch Geschwindigkeit.

Doch die Verkehrsbetriebe denken in Waben, Verkehrsverbünden anstatt Flexibilität und Vernetzung voranzutreiben, genau wie Unternehmen anderer Branchen. Sie denken in Produkten, die sie den Kunden auf verschiedene Weise schmackhaft machen wollen. Dabei ist es Zeit, starre Systeme aufzulösen und Neues auszuprobieren. Netzwerke und mobile Systeme – Computer, Tablet, Smartphone – lösen die alte Form der Bewegung auf. Heute geht es darum, einfache Zugänge zu den Verkehrsmitteln zu finden, alternative Vorschläge wie man bequem von A nach B kommt und wie lange es dauert bzw. was es kostet.

Wer in diesen Tagen in Düsseldorf ein Taxi rufen will, reibt sich verwundert die Augen, weil er nun bequem mit dem Smartphone sich günstig ein Taxi bestellen kann. Der Kunde lädt sich einfach eine App auf sein Smartphone, er markiert seinen Standort und wohin er chauffiert werden will. Der Fahrer, der in der Nähe ist, wird mit Profil angezeigt und jetzt muss der Kunde nur noch die Fahrt bestätigen. Die Bezahlung erfolgt automatisch. Uber möchte noch mehr den Kunden die Mobilität versüßen. Das Ziel vom Deutschlandchef Christoph Weigler ist eine Kooperation mit dem ÖPNV wie es sie in Frankreich bereits gibt. Das ermöglicht den Kunden schnell das billigste, schnellste, ökologischste und beste Fortbewegungsmittel von Tür zu Tür zu finden, zu buchen, zu bezahlen.

Eine weitere „Säule der Mobilität“ ist die gemeinschaftliche Nutzung von Autos – neben dem öffentlichen Nahverkehr mit Bus und Bahn und der Taxi Nutzung, sowie der Fahrt mit dem privaten Auto. Von den großen Autokonzernen erwarten die Kunden inzwischen, dass sie nicht nur Fahrzeuge herstellen, sondern sich zum Mobilitätsdienstleister entwickeln. Die großen Autokonzerne haben das zwar erkannt doch jeder hat seine ganz eigene Vorstellung davon. Wir haben einen Carsharing Dienstleister ausprobiert und unser Fazit war: Diese Ausleihe war für uns zu kompliziert und zu teuer. Denn die nächste Abgabestation befand sich in 4 km Entfernung von unserem Ziel. Wer will denn erst sein eigenes Auto holen, um das geliehene Auto 4 km entfernt abstellen zu können. Vielleicht wird sich das ändern, wenn mehr Anbieter auf den Markt kommen, die Konkurrenz zunimmt und der ÖPNV, die privaten Transportunternehmen mit den Carsharing-Anbietern zusammenarbeiten.

Auch die Rheinbahn in Düsseldorf wollte den Nahverkehr attraktiver gestalten und hat einen neuen elektronischen Tarif, für den die Fahrgäste für ihre Fahrt mit Bus und Bahn lediglich ihr Smartphone und die zum Ticket gehörige App benötigen, an den Start gebracht: Das nextTicket. Was aber erst einmal nach der Erprobungsphase auf unbestimmte Zeit eingestellt worden ist. Es wird also noch etwas dauern bis wir wie in den Niederlanden mit einer Handy App mit dem Zug flexibel und spontan fahren, ohne sich vorher auf eine Route, einen Tarif oder ein Ticket festlegen zu müssen. Während ich beim Ticketautomaten mühsam alle Koordinaten eingeben muss erfasst laut Rheinbahn eine App die Fahrdaten über GPS und Bluetooth und berechnet automatisch den Preis für den zurückgelegten Kilometer. Zum Fahrtende checkt der Fahrgast ganz bequem wieder aus.

Die Vernetzung, wie sie der Kunde wünscht, ist das größte Hindernis auf dem Weg zur Mobilität der Zukunft und der Zusammenführung der Informationen aus allen Bereichen.

Eine Plattform für alle Anbieter

Der Kunde hat hohe Ansprüche an die Unternehmen. Die Menschen sind heute viel mobiler als früher und sehen in anderen Ländern, dass es funktioniert. Viele unterschiedliche Anbieter verwirren nur und sind am Ende für den Kunden zu unflexibel bzw. zu teuer. Die Lösung wäre eine Vernetzung aller Anbieter gebündelt auf einer Mobilitätplattform.

Auf einer Mobilitätsplattform wie z.B. airbnb, durch die User auf einer Karte mit smart contracts ihr Fortbewegungsmittel anklicken, buchen und bezahlen. Das könnte die S-Bahn zum Flughafen mit der sogenannten „NextTicket-App“ sein, den Flieger nach Berlin und anschließend mit Car-Sharing zum Hotel. Oder gleich von der Haustür bis ans Ziel mit der „Mitfahrgelegenheit“ des Start-ups Door2Door aus Berlin.

Es wird noch länger dauern bis es einen gut vernetzten Mobilitätsmix aus elektrifizierten, autonom fahrenden Autos, öffentlichen Nahverkehr und Fahrrad gibt, der sich auch noch mobil bequem kombinieren, buchen und bezahlen lässt.

Mein Fazit:

Wir leben in Zeiten schneller Veränderungen. Und das heißt, dass Verkehrsplanung und Unternehmen offene Systeme gestalten müssen, um sehr flexibel auf sich verändernde Kundenanforderungen reagieren zu können.

Denn die Kunden erwarten in Zukunft, dass die Fortbewegung gut und einfach geht. Der Kunde wird aber erst auf der Klaviatur der Verkehrsmittel spielen, wenn er einen Gewinn an Qualität hat.

Doch zunächst müsste es für die Unternehmen darum gehen, ihr Konkurrenzdenken aufzugeben und sich nicht von den großen Konzernen wie Google, Uber usw. die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Denn sonst wird unsere Mobilität in ein paar Jahren von den großen Konzernen wie Google aus den USA gesteuert und gelenkt. Beweglichkeit im Kopf, heißt auch immer wieder neu denken und immer alle mit ins Boot holen.

Das gilt besonders für Unternehmen. Sie werden weiterhin Produkte herstellen, aber diese stehen nicht mehr im Fokus ihrer Aktivitäten, sondern die zusätzlichen Dienstleistungen, die die Kunden wünschen.

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Kategorien: Mobilität

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